Cloud-Lösungen, Blockchain, Machine Learning und Künstliche Intelligenz: Im Jahr 2019 beginnt der breite Einsatz digitaler und intelligenter Technologien in Unternehmen. Die Vernetzung von Menschen, Prozessen, Applikationen und Maschinen im Internet der Dinge (IoT) schreitet weiter voran. Die Datenverfügbarkeit wird immer essenzieller. Unternehmen sind sich bewusst, dass sie durch den Einsatz neuer Technologien wettbewerbsfähig bleiben. Die IT-Kompetenzen sind entscheidend für Erfolg und Wachstum.

Bis 2023 entfallen circa 75 % der Gesamtausgaben im IT-Bereich auf  die Dritte Plattform – kurz auf Cloud-und Mobillösungen, Soziale Medien, Big Data und Analytics sowie KI, AR/VR, IoT, Robotics und 3D Print. Mit dem Fortschreiten der digitalen Transformation erhöhen sich die Anforderungen der IT-Sicherheit: Next Gen Endpoint Security- Lösungen werden populärer.

Unternehmen setzen 2019 auf eine Digitalstrategie

 

In der Industrie 4.0 optimieren intelligente Maschinen, Roboter und Algorithmen die Arbeitsprozesse und sorgen für schnellere, automatisierte, digitalisierte und vernetzte Abläufe. Unternehmen stufen das Bestehen einer Digitalstrategie daher als zunehmend wichtig ein: 9 von 10 Unternehmen werden bitte Mitte 2019 zumindest die Anfänge einer digitalen Strategie für sich entwickelt haben. Laut den Analysten von Crisp Research mangelt es den deutschen Unternehmen jedoch weiterhin an innovativen Ideen und einer zügigen Umsetzung. Zuwenig orientieren sich Unternehmen an Innovationstreibern und Tech-Vorbildern im Ausland.

Dennoch wird die digitale Transformation nicht aufzuhalten sein: Bis 2022 sollen über 60% der globalen Wertschöpfung digitalisiert sein. Zu Implementierung der Digitalstrategie im Unternehmen beruft etwa die Hälfte der Unternehmen einen Chief Digital Officer (CDO). Obwohl auch 2019 die Umsätze traditioneller Produkte hinter denen digitaler zurückbleiben, werden Entwicklungen digitaler Produkte zukünftig Wettbewerbs-entscheidend sein. Traditionelle Produkte können durch digitale Erweiterungen höhere Marktpreise erzielen. Unternehmen, die sich bislang nicht auf die Digitalisierung vorbereitet haben, können in den nächsten 5 Jahren entscheidende Umsatzeinbußen erleben- da der Marktanteil für nicht digitalisierte Produkte auf ein Drittel des heutigen Marktes schrumpft.

Intelligent, digital, vernetzt: Die Trends für 2019 folgen 3 Schwerpunkten

 

Gartner, das weltweit tätige Forschungs- und Beratungsunternehmen für Entwicklungen in der IT, prognostiziert für 2019 drei große Trends: Intelligente Geräte, digitale Verschmelzung sowie die Vernetzung von Menschen, Prozessen, Applikationen und Maschinen.

Die Zukunft wird von intelligenten Geräten geprägt, die überall zunehmend aufschlussreiche digitale Dienste bereitstellen“, sagte David Cearley, Vizepräsident von Gartner auf dem Gardner Symposium 2018 in Orlando, Florida. „Wir nennen dies das intelligente, digitale Netz (mesh)“. Laut Gartner werden diese Trends die Treiber der Disruption, d.h. der Zerschlagung des bestehenden analogen Marktes und der Entstehung neuer Geschäftsmodelle sein.

intelligent: 

Der Trend zur Intelligenz (intelligent) beschreibt das Vordringen der Künstlichen Intelligenz in vorhandene Technologien sowie die Schaffung neuer Möglichkeiten und Kategorien durch dieselbe.

digital:

Der Trend zum Digitalen (digital) meint die Verschmelzung der digitalen mit der physischen Welt und die Erschaffung einer immersiven Welt, in der eine virtuelle Realität als real empfunden wird.

mesh:

Ebenfalls schreitet die Vernetzung von Menschen, Unternehmen, Geräten, Inhalten und Dienstleistungen immer weiter voran und knüpft ein digitales Netz (mesh).

1. Trend: Intelligente Geräte / Künstliche Intelligenz

 

Unter den Trend “intelligent” fallen nach Gartner intelligente Geräte und Entwicklungen – vor allem autonome Maschinen und Fahrzeuge – erweiterte Analytik sowie die Künstliche Intelligenz.

1.1 Autonome Dinge:

Derzeit werden bereits autonome Fahrzeuge und Roboter getestet, die zukünftig Aufgaben übernehmen sollen, die traditionell von Menschen ausgeführt werden. Neben der Logistik wird auch in der Landwirtschaft die Automatisierung immer wichtiger. Autonome Geräte und Maschinen greifen zurück auf Künstliche Intelligenz (KI) um mit ihrer Umgebung zu interagieren. Maschinelles Lernen befähigt IT-Systeme, auf Grundlage der gesammelten Daten und Algorithmen entstandene Muster und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und passende Lösungen anzubieten. Genutzt werden kann diese Generierung künstlichen Wissens mittels Erfahrung zum Beispiel in intelligenten Apps und in der Datenauswertung von Unternehmensprozessen oder Produkten, Geräten und Benutzeroberflächen. Die Automatisierung greift sowohl in Hardware- als auch in Softwareprozesse in immer stärkerem Maße ein.

Gartner unterscheidet 5 Kategorien von autonomen Dingen:

• Robotik
• Fahrzeuge bzw. Transportmittel (Autos, LKW, Schiffe, Flugzeuge…)
• Drohnen
• Geräte und
• Agents

Die 5 Kategorien wirken in 4 Umgebungen: Auf dem Land, im Meer, in der Luft und im digitalen Bereich. Die Möglichkeiten des Einsatzes Künstlicher Intelligenz sind dabei vielfältig und breit gefächert. Beispielsweise kann dies eine in der Luft betriebene Drohne umfassen oder einen landwirtschaftlichen Roboter, der völlig autonom auf einem Feld arbeitet. Nahezu jede Anwendung, jeder Dienst und jedes IoT-Objekt kann durch die KI menschliche Prozesse automatisieren oder erweitern. Kollaborative autonome Dinge (z.Bsp. Drohnenschwärme) werden die Zukunft der KI-Systeme sein.

Unternehmen können die Möglichkeiten der Automatisierung mittels KI für sich nutzen, wenn Sie beachten, dass Geräte bestenfalls für eng umgrenzte Prozesse genutzt werden. Denn sie besitzen nicht die gleiche Leistungsfähigkeit oder Möglichkeiten zur Entscheidungsfindung wie ein menschliches Gehirn.

1.2 Erweiterte Analyse und Datenauswertung:

Wachsende Datenmengen und Big Data stellen Unternehmen vor die Herausforderung, die Daten aufzubereiten, zu analysieren und zu gruppieren. Mittels automatisierter Algorithmen können Datenexperten die Daten mittlerweile gezielter auswerten als je zuvor. Vertriebler und Marketer können Maschine Learning dafür verwenden, Content zu entwickeln, der geteilt wird. Plattformen für Datenwissenschaft und Maschinelles Lernen verändern zunehmend die Art und Weise, in der Unternehmen analytische Erkenntnisse generieren. Gartner prognostiziert, dass bis 2020 mehr als 40% der Datenauswertung automatisiert erfolgen wird.

1.3 KI-gesteuerte Entwicklung:

Die KI-gesteuerte Entwicklung umfasst Tools, Technologien und Best Practices für die Einbettung von KI in Anwendungen und die Verwendung zur Erstellung von AI-Tools für den Entwicklungsprozess. Unternehmen werden dabei virtuelle Software-Ingenieure zur Erstellung von Code einsetzen.

2. Trend: Digitale Vermischung

Zu dem Trend “digital” gehören nach Gartner digitale Zwillinge, verstärktes Edge Computing und immersive Erfahrungen. Die digitale Ethik und der Datenschutz sowie das Quanten-Computing greifen in jeden der 3 Schwerpunkte – intelligent, digital, vernetzt – mit ein.

2.1 Digitale Zwillinge:

Ein digitaler Zwilling ist eine digitale Darstellung, die ein reales Objekt, einen Prozess oder ein System widerspiegelt. Digitale Zwillinge können auch zu größeren Systemen wie einem Kraftwerk oder einer Smart City verknüpft werden. Die Idee eines digitalen Zwillings geht zurück auf die computergestützte Darstellung von Dingen oder Online-Profilen von Kunden. Digitale Zwillinge sind an die reale Welt angebunden (u.a. durch Echtzeitüberwachung). Sie können die Entscheidungsfindung von Unternehmen verbessern, indem sie „Was wäre wenn“ -Szenarien bewerten, Informationen zur Wartung liefern, Einblick in die Leistung eines Produktes bieten und damit zu einer erhöhten Effizienz und Zuverlässigkeit sowie Prozessoptimierung führen.

2.2 Verstärktes Edge Computing:

Bis 2028 erwartet Gartner einen kontinuierlichen Anstieg der Einbettung von Sensoren, Speichersystemen sowie Anwendungen zur Datenverarbeitung und KI in Edge Devices (Geräte am Netzwerkrand, die den Zugang zum Kernnetz gewährleisten). Die Intelligenz wird sich zukünftig mittels einer Vielzahl von Endpunktgeräten hin zum Rand bewegen – sei es in Bezug auf industrielle Geräte, Bildschirme, Smartphones oder Automobilgeneratoren. Die verstärkte Einbettung von Edge Computing ermöglicht Unternehmen erweiterte Fähigkeiten sowie größere Speicherfunktionen, mehr Kommunikation, erweiterte Rechenfähigkeiten und den Einsatz von KI-Chips.

2.3 Immersive Technologien:

Immersive Technologien bezeichnen die Interaktion von Menschen mit der digitalen Welt. Dies geschieht beispielsweise durch Fernunterstütung (remote assistence), Chatbots und Gesprächsplattformen mit virtuellen Assistenten. Immersive Technologien generieren ein interaktives und automatisiertes Erlebnis für den Benutzer. Dazu gehören auch Technologien, die die Wahrnehmung erweitern (augmented reality technologies –AR), die gemischte Realitäten aus natürlicher Wahrnehmung und künstlicher Wahrnehmung erschaffen (mixed reality – MR) sowie jene, die eine virtuelle Welt kreieren (virtual reality – VR).

Bis 2022 prognostiziert Gartner, dass 70% der Unternehmen mit den neuen Technologien der AR, MR und VR experimentieren. 25% davon werden bis dahin eine Produktion aufgestellt haben. Einfließen in diese Technologien werden auch neue, sensorische Optionen, welche u.a. Emotionen verarbeiten können und damit mehr Möglichkeiten zur Gesprächsführung bieten. Menschen werden mit Hunderten von Edge-Geräten verbunden sein, die von Computern bis Autos reichen.

2.4 Digitale Ethik und Privacy Regelungen (Datenschutz):

Mit der steigenden Vernetzung von Daten erlangen die Verbraucher ein wachsendes Bewusstsein für den Wert ihrer persönlichen Informationen. Der Datenschutz mittels Gesetzmäßigkeiten setzt sich langsam durch. Die Trendwende vollzieht sich auch für Unternehmen.

Zukünftig spielt nicht nur der gesetzmäßige Datenschutz für Unternehmen eine große Rolle, mit welchem sie konform gehen müssen- sondern auch die Vertrauenswürdigkeit, welche die Firmen ihren Verbrauchern zusichern sollten. Das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, zu erhalten und zu bestätigen, indem interne Werte als Richtlinie dienen, wird eine der wichtigsten Gründe für Unternehmen sein, um erfolgreich zu werden und zu bleiben.

2.5 Quanten-Computing:

Ein Quantencomputer arbeitet nicht mit den Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik bzw. Informatik, sondern mittels Gesetzmäßigkeiten der Quantenphysik. Der Quantencomputer kombiniert damit Quantenphysik und Computer.

Gartner bringt hier das Beispiel einer riesigen Bibliothek: Während ein normaler Computer jedes Buch dieser Bibliothek linear lesen würde, kann ein Quantencomputer alle Bücher gleichzeitig lesen. Quantencomputer sind weiterhin in der Lage, Millionen von Berechnungen gleichzeitig zu behandeln. Für viele Branchen wäre der Einsatz dieser Technologie zukunftsweisend.

Bereits seit einiger Zeit setzten sich Großkonzerne wie Google, IBM, Microsoft, Volkswagen sowie einige Staaten und Geheimdienste mit der Quantentechnologie auseinander. Diese soll Probleme lösen, die mit traditionellen Computern unlösbar sind. Das betrifft u.a. chemische Reaktionen, Erweiterungen künstlicher Intelligenz oder den Verkehrsfluss in Megacitys.

3. Trend: Vernetzung von Menschen, Unternehmen, Geräten und Dienstleistungen

Die Vernetzung schreitet im Internet der Dinge zunehmend voran. Neue Technologien, wie die Blockchain und intelligente Räume (smart spaces) spielen eine entscheidende Rolle.

3.1 Blockchain:

Die Blockchain-Technologie wurde vor allem im Finanzsektor durch den Einsatz der Kryptowährung Bitcoin bekannt. Die Blockchain ist eine Datenbank, die nicht an eine zentrale Stelle gebunden ist, sondern die auf jeden einzelnen User des Blockchain-Netzwerkes verteilt ist. Sie basiert auf einem Algorithmus und wird wertvoll durch die Verbindungen untereinander: Personen oder Unternehmen stellen Rechenleistung auf Computern bereit, die miteinander verbunden sind.

Die Blockchain fungiert als öffentliches, digitales Kassenbuch bzw. digitaler Kontoauszug für Transaktionen zwischen PCs. Kommt eine Transaktion zu Stande, prüfen alle Teilnehmer des Netzwerkes diesen Auftrag. Nur, wenn die Mehrheit sich dafür entscheidet, kann die Aktion durchgeführt werden. Die Blockchain ist vor der Manipulation von einzelnen Rechnern geschützt: Die Übernahme eines einzelnen Rechners kann sich nicht negativ auf das gesamte System auswirken, da dieser nicht mehr mit der Mehrheit übereinstimmt und somit die Durchführung einer Transaktion nicht mehr beeinflussen kann. Nachträgliche Änderungen können in der Blockchain nicht mehr gemacht werden – allerdings müssen die Informationen, die in die Blockchain gespeist werden, nicht automatisch richtig sein, nur weil sie von der Mehrheit der Rechner abgesegnet wurden.

Dennoch ist die Technologie revolutionär – vor allem deswegen, weil mit ihr die Vertrauensbasis einer Transaktion in den Hintergrund rückt und kein zentraler Mittler (i.d.R. eine Bank) mehr notwendig ist. Unternehmen können mit nicht vertrauenswürdigen Parteien zusammenarbeiten, da die Zahlungen anonym sind und keine dazugehörigen Daten erfasst werden.

Neben dem Finanzsektor hat die Blockchain laut Gartner großes Potenzial für die Sektoren Verwaltung/Regierung, Gesundheitswesen, Fertigung sowie für die Lieferkette. Der Einsatz der Blockchain-Technologie könnte Kosten und Zeit sparen, Transaktionen vereinfachen und den Cashflow verbessern.

3.2 Intelligente Räume:

Ein intelligenter Raum ist laut Gartner eine physische oder digitale Umgebung, in der Menschen und Technologien in zunehmend offenen und vernetzten Ökosystemen miteinander interagieren. Technologien werden im Alltag immer wichtiger. Das gilt zunehmend auch in Bezug auf Räumlichkeiten. Zum Zwecke einer Produktivitätssteigerung im Unternehmen kommunizieren Räumen mit Menschen, beispielsweise in einem erweiterten digitalen Arbeitsplatz oder in vernetzten Fabriken. Mittels KI-Technologie, Edge Computing, Blockchain und digitalen Zwillingen ergeben sich neue Möglichkeiten für die Gestaltung intelligenter Räume.

Das größte Projekt intelligenter Räume sind die Smart Cities, die sich durch die Kriterien Vernetzung, Offenheit, Koordination, Intelligenz und Reichweite auszeichnen. In einem intelligenten, städtischen Ökosystem werden die Sektoren Wirtschaft, Wohnen und Industrie miteinander vernetzt. Alle Teilbereiche des sozialen und gesellschaftlichen Lebens sind miteinander verbunden und interagieren miteinander.

Insgesamt werden die von Gartner genannten Technologien und Trends in den nächsten 5 Jahren für Unternehmen eine immer größere Rolle spielen. Der breite Einsatz neuer, digitaler und intelligenter Technologien steht kurz bevor. Unternehmen sollten ihren Technologie-Horizont bis 2022 erweitern, um den Anschluss an neue Modelle und Technologien nicht verpassen.

Nicht nur Cloud-Lösungen, Blockchain-Technologien, Machine Learning und Künstliche Intelligenz sind aufstrebende Sterne. Auch die Aspekte Datensicherheit und Ethik werden für Verbrauchen wie auch für Firmen einen immer höheren Stellenwert einnehmen.

Quellen: gartner.com, blogs.gartner.com,  cio.decomputerwoche.de

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